U18: (K)ein Auto – einen Punkt: JSG Schwarz-Gelb spielt 0:0


(K)ein Auto – einen Punkt: JSG Schwarz-Gelb spielt 0:0

Wenn es in der Vorbereitung auf das Spiel schnell gehen muss, vergisst der gestresste Hobbyfußballer schonmal wichtige Utensilien: seine Schuhe, Schienbeinschoner oder das Duschhandtuch. Von diesem allgemein bekannten Zustand könnten die Macher der legendären Facebook-Seite „Kreisliga ist…“ den Spruch „Kreisliga ist, wenn mehrere Spieler ihre Schuhe zuhause liegen lassen, aber die Kiste Bier bereits zwei Tage vorher im Vereinsheim kühl stellen.“ ableiten.

Da wir als JSG Schwarz-Gelb jedoch in oberen Regionen der Bezirksliga kicken, sind uns vergessene Fußballschuhe und Trikots natürlich fremd. Stattdessen suchen wir anspruchsvollere Herausforderungen. Wie wäre es mit einem nicht auffindbaren Auto? Trainer Jannik Psotta kam völlig abgekämpft eine halbe Stunde vor Spielbeginn um die Ecke, um Erstaunliches zu berichten: „Alter, hör mir bloß auf.“ Wir hatten zwar noch nichts getan, mit dem wir hätten aufhören können, doch die Auflösung folgte umgehend. Janniks sportliches Auto hatte sich über Nacht selbständig gemacht und stand morgens nicht mehr auf dem vorgesehenen Platz. Gerüchte kursierten, der U19-„JP“ (Brömsen) hätte angesichts des Kennzeichens „Gö-JP…“ eine Eigentums-Verwechslung begangen und den sportlichen Psotta-Flitzer pflichtbewusst in Richtung Maschpark gefahren. Doch die eilig einberufene Suchaktion endete bei einem anonymen Kumpel Janniks, der die im Auto hinterlassenen Schlüssel als Einladung für eine kurze Spritztour missverstand und auch mal das Gefühl erleben wollte, im „Match-Worn“-Auto eines Landesliga-Stars sitzen zu dürfen.

Zu Spielbeginn gegen den SC U Salzgitter konnte Jannik schließlich doch noch wie gewohnt von der Seitenlinie grüßen und neben Gerd Müller das Geschehen auf dem nassen, aber erstaunlich robusten Rasen coachen. In der ersten Hälfte sahen knapp 50 Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Gäste die größeren Chancen hatten. Bei einem Lattenkopfball hatten wir ähnliches Glück wie bei der Suche nach Psottas Auto, kurz darauf avancierte Keeper Leon Hass – nebenberuflich in der Produktion Hopfen-und Malz-haltiger alkoholischer Erfrischungsgetränke tätig – zum 0:0-Helden, als er einen Elfmeter mit „Bierruhe“ entschärfte. Den entscheidenden Tipp gab zuvor Gzim Krasniqi, der, von allen unbemerkt, hektisch nach links deutete, dadurch Leon derart irritierte, dass dieser in die rechte Ecke sprang und den Ball festhalten konnte.

 

Während uns die ersten 45 Minuten nur bedingt zufriedenstellen konnten, erarbeiteten wir uns nach dem Seitenwechsel gegen taktisch hervorragend agierende Gäste leichte Feldvorteile. Die hundertprozentigste Torchance hatte U17- Torgarant Daniel Frimpong, der einen abgewehrten Schuss von Tim Strüber im Nachsetzen nicht im Tor unterbrachte – ein grandioser Reflex des gegnerischen Torwarts Philipp Weykamp verhinderte den kollektiven schwarz-gelben Jubel. Trotz weiterer vielversprechender Angriffe gelang es uns fortan nicht mehr, hochkarätige Abschlüsse zu initiieren. Leider bissen wir uns an den auch physisch starken Innenverteidigern die Zähne aus. Leon Hass reklamierte bei den engagiert geführten Zweikämpfen des SC U zwar regelwidriges Vorgehen („Schiri, die schieben wie Scheiße!“), doch der nicht zu 100% gelungene Vergleich mit der Schubkraft eines durchschnittlich robusten Kots brachte keinen Erfolg. Die souverän leitende Schiedsrichterin Julia Schricke schickte zwar noch einen Spieler in Blau für 5 Minuten vom Feld, aber die Vorteile blieben ungenutzt.

 

Das leistungsgerechte Remis hielt uns nicht vom anschließenden gemeinsamen Essen im Bovender Clubraum ab. Die Familien Vollbrecht, Bruder und Dreiwes hatten Nudeln und Salate geliefert, Leon steuerte frisch gebrautes Bier bei und Trainer Gerd Müller spendierte eine „Zu Null“-Kiste Cola, Fanta und Grapefruit-Himbeer-Brause. In geselliger Runde wurde zudem die Bestellung der Trainingsanzüge aufgenommen, wobei hier der Dank den Herren Meyfarth und Psotta senior gebührt. Letzterer wird die Lieferung sicher nicht im Auto seines Sohnes zwischenlagern, so dass wir risikolos das baldige Auflaufen in einheitlicher Kleidung planen können.

 

BERICHT VON DANIEL VOLLBRECHT