11. Dezember 2016 · Kommentieren · Kategorien: News

Die U19 hat ihr Auswärtsspiel in der Niedersachsenliga bei dem neuen Liga Spitzenreiter FT Braunschweig nach einem starken Auftritt höchst unglücklich mit 3:0 verloren. Die Spiel entscheidenden Tore fielen erst in der Nachspielzeit als die nur noch mit 9 Mann spielenden Göttinger alles nach vorne warfen. Besonderen Anteil an der Niederlage hatte der Schiedsrichter.

Vorbemerkung:

Fußball ist auf und neben dem Platz immer ein emotionaler Sport. Auch das macht neben vielen anderen Dingen den Reiz der Sportart und den Spaß am Zuschauen aus. Häufig kochen auf und neben dem Platz die Emotionen hoch und kühlen sich auch schnell wieder ab. In der Regel bald nach dem Spiel, spätestens am nächsten Tag kann man die Partie sachlich analysieren. Dabei kommt man meist zügig und direkt zu den Unzulänglichkeiten des eigenen Teams und kann sie mit diesem bisschen Abstand auch in den Berichten recht neutral darstellen. Auch die Trainer nehmen aus diesem Abstand die Aufgaben für die nächste Trainingswoche mit. Nach dem Spiel ist eben vor dem Spiel! Allerdings: Ausnahmen bestätigen die Regel…

Das Spiel:

Die U19 hat beim neuen Spitzenreiter der A-Jugend Niedersachsenliga mit 3:0 verloren. Zur Halbzeit stand es 0:0. Braunschweig hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, konnte aber keine besonders zwingenden Situationen herausarbeiten. Im Gegenteil! Die 05er hatten ihrerseits zwei gute Tormöglichkeiten, die gut die Führung hätten bringen können.

In der 44. Minute kassierte Kapitän Robin Hartwig aufgrund einer Rangelei mit seinem Gegenspieler die rote Karte. Die Schwarz-Gelben waren keineswegs davon geschockt, dass ihr bis dahin bester Spieler in der zweiten Halbzeit nicht mehr dabei sein sollte. Sie hielten gut dagegen und erspielten sich mehr gute Gelegenheiten als die Gastgeber.

Das 1:0 der Hausherren fiel in der 56. Minute recht unerwartet. Die Göttinger konnten den Ball nicht ausreichend klären und ein Braunschweiger zog aus 20 Metern einfach mal ab. Der leicht abgefälschte Ball schlug unten links im Tor ein. Towart Henze war zudem noch die Sicht verdeckt, so dass er keine Chance hatte. In der Folge erarbeiteten sich die Gäste Chancen zum Ausgleich, insbesondere durch Moreno, der allein auf den Torwart zulief. Nach einer guten Reaktion des Braunschweiger Torwartes ging der Ball nur wenige Zentimeter am Tor vorbei.

In der 63. Minute kassierte Rechtsverteidiger Mathis Ernst ebenfalls eine rote Karte nach einem angeblich rotwürdigen Foulspiel. Die Schwarz-Gelben waren auch von diesem erneuten Rückschlag keineswegs geschockt, dass der zweite an diesem Tag überzeugende Mitspieler in den letzten 27 Minuten nicht mehr dabei sein sollte. Sie hielten gut dagegen und erspielten sich mehr gute Gelegenheiten als die Gastgeber. Auch wenn der Kunstrasenplatz in Braunschweig nicht gerade groß ist, versteckten sich die Gäste zu keiner Zeit und igelten sich nicht im eigenen 16er ein. Sie wollten mit spielerisch Mitteln dagegen halten. Mit einer taktisch und läuferisch überzeugenden Leistung brachten 9 Göttinger die Hausherren vollkommen aus dem Konzept.

Wenige Minuten vor dem Ende stellte das Trainerteam Jan-Philipp Brömsen/Nils Leunig um, löste die Viererkette auf und setzte sogar auf Angriff. Mit nur 9 Mann wurde Braunschweig unter Druck gesetzt und Göttingen zog in diesem Minuten sogar ein Powerplay auf. Nach einer abgewehrten Ecke fehlte dann allerdings in der 91. Minute die Absicherung nach hinten. Zudem schwanden den Schwarz-Gelben nach dieser laufintensiven zweiten Halbzeit die Kräfte, so dass eine schnelle Rückwärtsbewegung nicht mehr möglich war. Das 2:0 war die Folge, aber auch nicht mehr schwierig zu verwandeln. Gleiches gilt für das fast deckungsgleiche 3:0 in der dritten Minute der Nachspielzeit.

Die Randbedingungen:

Es gehört zu den oben genanten Emotionen während des Spiels, dass auch regelmäßig über den Schiedsrichter gemeckert wird. Auch diese Reaktionen sind meist direkt nach dem Spiel vorbei und die Konzentration gilt der Aufarbeitung des eigenen Spiels. Doch es gibt eben auch andere Tage und dieser ist einer.

Es mag sein, dass nach der fast deckungsgleichen Erfahrung der Göttinger U17 am selben Tag manche sagen, die 05 sollten alle nicht so daher reden, lieber spielen. Mag sein! Aber auch 24 Stunden nach dem Spiel bleibt die Erkenntnis, dass das Spiel von einer schwachen Leistung des Schiedsrichters begleitet wurde, die letztlich den Gastgebern deutlich in die Hände gespielt hat. Es wäre der tollen Leistung des Teams nicht angemessen, nur weil es sich um ähnliche Erfahrungen wie bei der U17 handelt, hier nicht zu berichten.

Mit zunehmender Spieldauer in der ersten Halbzeit und ausbleibenden Torgelegenheiten wurde das Spiel nicklicher und härter. Es waren keine außergewöhnlich rüden Attacken dabei. Aber der Schiedsrichter hat es in dieser Phase verpasst, den Spielern insgesamt zu zeigen, dass er diese Entwicklung gesehen hat. Jegliche Reaktion blieb aus. So ungestraft konnte sich die Härte weiter steigern. Es war von außen sehr deutlich zu sehen, dass sich die Spieler immer mehr herausnahmen.

Insbesondere der Göttinger Kapitän Robin Hartwig war mehrfach (!!) Leidtragender von körperlichen Attacken und taktischen Fouls der Braunschweiger. Denn er drückte dem Spiel mit einer starken Leistung mit zunehmender Dauer seinen Stempel auf. Natürlich ist auch Hartwig immer mit hohem Engagement im Spiel dabei, so dass auch er mit hohem Körpereinsatz spielt. Doch während er ermahnt wurde, blieben entsprechende Ermahnungen für die Braunschweiger Spieler vollkommen unverständlicherweise aus. In der 44.Minute hatte der Schiedsrichter wiederholt ein diesmal rüdes Foulspiel im Mittelkreis an Hartwig übersehen. Doch genervt von der unfairen und unbestraften Spielweise, ließ sich Hartwig zu einer Rangelei hinreißen, die der Schiedsrichter im nachhinein zu Recht mit der roten Karte bedachte. Eine klare Sache, aber leider die Folge einer bis dahin inkonsequenten Leistung des Schiedsrichters.

In der zweiten Halbzeit setzte sich die Szene fort. Der Schiedsrichter bewertete das gesamte Spiel fortlaufend mit zweierlei Maß. Auch verbale Attacken zum Beispiel gegen Keeper Dennis Henze blieben mehrfach unbestraft, obwohl sie in der Nähe von Schiedsrichter und Linienrichter stattfanden und noch weiter weg deutlich zu hören waren. Die Krönung fand dieses Spiel in der unberechtigen Karte gegen Rechtsverteidiger Mathis Ernst. Warum er in dieser Szene die rote Karte zog, weiß nur er. Im Nachhinein war es jedoch die entscheidende Szene des Spiels. Denn bis dahin hatten die 10 Göttinger mehr von der Partie trotz des Rückstandes.

Festzuhalten ist zudem, dass es bis dahin weder eine gelbe Karte noch eine Zeitstrafe gegeben hat. Warum der Schiedsrichter weder verbal ermahnt hat, noch gelbe Karten gezeigt hat, noch das Mittel der Zeitstrafe genutzt hat, wenn es härtere Szenen gegeben haben solte, bleibt sein Geheimnis. Darüber hinaus waren Äußerungen zur Begründung von Entscheidungen oder Nicht-Entscheidungen einige Male sehr, sehr unglücklich und trugen wenig zur Beruhigung bei.

Fazit I:

Schiedsrichter sind, wie auch alle Spieler, Menschen, die bessere und schlechtere Tage haben. Auch sie können nicht immer nur perfekte Leistungen abliefern. Torjäger treffen trotz bester Chancen das Tor nicht, Torhüter greifen daneben oder Abwehrspieler lassen Ihren Gegner laufen — Fehler dieser Art kosten regelmäßig Punkte und Fehler dieser Art kommen Woche für Woche vor.

Daher ist es vollkommen falsch immer nur perfekte Leistungen von Schiedsrichtern zu erwarten. Da sie immer besonders im Mittelpunkt stehen, insbesondere, wenn sie schwierige Entscheidungen treffen, werden sie häufig intensiver kritisiert als die Spieler mit Fehlern, die letztlich sogar größere Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Die Spieler haben darüber hinaus ihre Trainer, die ihnen Feedback geben und das Spiel in den Trainingstagen danach aufarbeiten können. Eine Möglichkeit, die den Unparteiischen in der Regel fehlt.

Daher wäre es schön, wenn der Schiedsrichter der Partie diese selbst reflektiert und über die Punkte nachdenkt, die nicht so gut gelaufen sind.

Fazit II:

Die Leistung, die die 05er A-Jugend an diesem Samstag gezeigt hat, war taktisch, läuferisch und kämpferisch einfach klasse. Dass die Mannschaft diese Leistung gerade nach den beiden Nackenschlägen sogar noch steigern konnte, verdient ein großes Lob — auch wenn man ohne Punkte nach Hause fahren musste.

Diese tolle Einstellung können die Spieler mit in das Pokalspiel am kommenden Mittwoch und in die Rückserie nehmen. Mit dieser Einstellung und diesem Teamgeist sollte in 2017 noch so mancher Punkt drin sein. Kopf hoch Jungs!!!

Über den Autor: Andreas Wobst

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